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Jig vs. Fly
Opa — Sa, 10/23/2010 - 19:15
Das Fischen mit der Fliege auf Hecht erfreut sich zunehmender Beliebtheit..
Ursprünglich zwar zum Fangen von Forelle, Lachs, Äsche und Co entwickelt, lassen sich mit dieser Methode neben den Salmoniden auch die Chefs unserer Gewässer, die Hechte effektiv beangeln. Ob man so mit dem Spinnfischen mithalten kann, darüber gibt es scheinbar geteilte Meinungen..

Mit der Fliege lassen sich auch dicke Hechte fangen. Das hat mein Freund Patrick schon mehrfach eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Zuletzt hat er in Kanada dem nordamerikanischen großen Bruder unseres Hechtes, der Muskellunge ( Esox masquinongy) nachgestellt und einige hübsche Muskys gefangen.

Als mir Patrick aber erzählte, dass er beim Watangeln an den Bodden regelmäßig die Spinnfischer "naß" machen würde, kamen in mir erhebliche Zweifel auf..
Die Regeln standen schnell fest: Gewertet wird die Anzahl, nicht die Größe. Wir fischen von einem Boot, einen Nachmittag lang. Patrick mit der Fliegenrute, ich mit der Spinnrute. Ködermäßig sollte es keine Einschränkungen geben, wobei wir von vornherein versuchten die Auswahl so weit wie möglich zu reduzieren.
Patrick wählte ein Setup aus Schußkopfmontage an sinkender Schnur und selbstgebundenen Streamern an der Klasse 8 Fliegenrute. Ich entschied mich an diesem Tag ausschliesslich für Shads. Um genau zu sein 23er Kopytos und 6" Salt Shaker.

Das Schleppfischen zu den Angelspots haben wir aus der Wertung genommen.Wir waren uns einig, dass dies einen unlauteren Vorteil für den Spinnfischer bringt und mit dem eigentlichen Spinnfischen nur wenig zu tun hat. (Darüber hinaus habe ich das garnicht nötig ;-) )
Als Ziel und Austragungsort unseres "Battles" haben wir uns für eins unserer Hausgewässer, einen strukturreichen See in Dänemark entschieden um uns beiden möglichst gute Chancen auf Hechte zu geben. Es konnte also los gehen!


Das Wetter spielte mit und an einem herrlichen Tag fanden wir uns schon bald am ersten Hotspot wieder. Hochmotiviert konnte ich den ersten Biß schon förmlich in der Rute spüren..
Leider war nicht ich es, der als erstes mit einem "Jo !" einen Fisch ankündigte. Patrick hatte einen Fisch gehakt und direkt nach dem Anhieb stand fest: "Das 'n Guter!"

Der Fisch hatte sich diese Mahlzeit wohl etwas anders vorgestellt und zeigte seine fehlende Kooperationsbereitschaft durch eine erste ausgedehnte Flucht. Fette Sache! Ich wurde ganz hippelig..
Aufgrund der Widerspenstigkeit am anderen Ende der Rute waren wir gespannt: Meterfisch zum Auftakt? Der Fisch sträubte sich vorerst dieses Rätsel zu lösen und Patrick zeigte mir, was er bei den Muskys in Kanada gelernt hatte.


Nach wenigen Minuten zeigte sich ein schöner Hecht und war bereit zur Landung.


Ins Boot geholt, gemessen, fotografiert und zurück ins kühle Nass.. 95 cm! Und das nach gerade mal 15 Minuten. Petri!
Ich sah bereits meine Felle davonschwimmen. Gibt's doch garnicht! Ich kassiere ne Abreibung von nem Fliegenfischer? Auf Hecht?
Jetzt sah ich mich gezwungen noch konzentrierter zu fischen. Kurze Zeit später wurde mein Eifer dann belohnt: Der erste Esox hatte meinen Saltshaker genommen und sprang unmittelbar nach dem Anbiß in voller Länge aus dem Wasser. Kein Dicker, aber Kopf ist Kopf!
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Nach vergleichsweise wenig Gegenwehr versorgten wir den Fisch und das Battle war wieder offen..
1:1 Weiter Geht's! Doch hier wollten die Hechte nicht mehr so recht.. Umsetzen und fischen hieß die Devise. Aber außer je einem Fehlbiß konnten Patrick und ich dem nächsten Spot nicht entlocken. Der Tag hatte gut angefangen daher ließen wir es nach einer Beißpause erstmal etwas entspannter laufen und per "Bootspost" konnten wir auch unseren externen Fotografen an der Pause teilhaben lassen.

Aber der Tag war noch nicht vorbei! Nach aufgefüllten Kräften und ein paar Schlückchen Motivationshilfe beförderte ich meinen 23er direkt an die Krautkante.
Absinken lassen.. 3 Kurbelumdrehungen.. Absinken lassen.. Pause... TOK.. Anhieb!.. Daneben! "F***!" denke ich und kurbel weiter.. TOK - da hat sich der Kollege doch noch für einen zweiten Anlauf entschieden. Diesmal hängt er.



Wieder kein Riese, aber mit 76 cm zumindest eine Steigerung! Ab dann wird es ruhig. Jeder noch ein, zwei halbherzige Fehlbisse und sonst tut sich nicht mehr viel.. Lediglich Markus, der Kollege auf dem anderen Boot, zeigt uns aus ein paar Metern Entfernung immer wieder wie man es nicht machen sollte. Ich weiss nicht wieviele Fische er an diesem Tag ans Band bekommen hat aber nicht einer davon landete im Boot.. 
Der Tag neigte sich dem Ende zu und als wir schon beschlossen hatten bald aufzubrechen und ich schon nicht mehr damit rechnete, stürzte sich der letzte Esox des Tages direkt unter der Rutenspitze auf meinen Shad.
85 cm und gut in Form half er mir als "Abtuter" zu einem soliden 3:1 Ergebnis.
Jig Wins!

Patrick konnte allerdings auch nicht klagen und war mit seinem schönen Fang vollkommen zufrieden..

Bei der Revanche fischen wir dann nach seinen Regeln..
Mit Wathose an den Bodden.

sehr fein!
Gast — So, 10/24/2010 - 19:54Super Bericht!
Ich denke aber nicht dass man Fliegenfischen mit Spinnfischen vergleichen sollte.
Aber es war ja mehr oder weniger eh spaß