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Auf Stadtzander im Hamburger Hafen
Opa — Di, 09/23/2008 - 18:41
Obwohl wir alle schon recht lange in den Gewässern in und um Hamburg fischen, ist der 'freie Gewässerabschnitt' Elbe im Stadtkern immer von uns verschont geblieben. Da uns aber immer mehr Nachrichten von tollen Fängen aus diesem Gebiet erreichten, haben wir uns auf die Socken gemacht und unser Glück selbst versucht..

Nur wie geht man ein solches Unterfangen an?
Zunächst holten wir uns allerlei Tips und Informationen von Bekannten ein, die schon länger in diesem Gebiet ihr Unwesen treiben. Und dann gingen wir mehr oder minder auf blauen Dunst an die entsprechenden Spots.
Der Binnenhafen in der Hamburger Speicherstadt ist ein wunderschönes Relikt aus alten Tagen. Einige der mittlerweile etwas historisch anmutenden Barkassen, mit denen man teils immernoch die berühmten Hamburger Elbrundfahrten machen kann, legen hier ausserhalb der Geschäftszeiten an. Das ganze Panorama hat schon etwas vom 'urban-fishing', da die Bedingungen wirklich etwas andere sind, als am kleinen Waldsee auf dem Land..

Insgesamt richtet sich hier vieles nach den Gezeiten. So kann (und sollte) man sich vor einem Angeltrip über die vorherrschenden Bedingungen ein Bild machen und kann die Wasserstände leicht im Netz erfahren.(Gezeitenvorausberechnung)
Ob nun Niedrig- oder Hochwasser, auflaufend oder ablaufend - die besten Bedingungen sollte jeder für sich selbst herausfinden.Wir haben bisher bei fast allen Bedingungen etwas gefangen, wobei wir mittlerweile Niedrigwasser und die auflaufende Phase bevorzugen.
Mit jedem Tidenstieg scheinen die (Futter-)Fische in die zahlreichen Kanäle eingebracht zu werden. Hier gibt es Deckung, langsamere Strömung und natürlich Futter. Das bietet natürlich ebenfalls gute Bedingungen für Raubfische, weshalb auch die Zander und Barsche in die Kanäle einkehren.

Als Köder benutzen wir meist kleine bis mittlere Gummifische und Dropshotköder zwischen 8 und 12 cm mit an die Strömungsverhältnisse angepasstem Blei. Bleiköpfe für GuFis dieser Größen sollten je nachdem, ob mann auch unter den Brücken oder direkt an der Strömungskante etc. fischt, zwischen 12 und 25 gramm schwer sein. (Wobei Bleiköpfe um die 20 Gramm hier meist die richtige Wahl sind.) Welche Köderfarben angesagt sind, ist (wie so oft) eine Frage des Geschmacks bzw. des Vertrauens. Durch das trübe Elbwasser greifen wir vornehmlich zu hellen Ködern und zu Schockfarben wie Weiss, Chartreuse, Neon Gelb und Orange.

Auch soll gewarnt sein, dass an den meisten Stellen das Wasser nicht einfach zugänglich ist und durch die Strömungsverhältnisse unberechenbare Strudel entstehen können. Daher soll an dieser Stelle zu einem Spundwandkescher und jederzeit zur entsprechenden Vorsicht am Wasser geraten sein. (Erst im letzten Jahr ertranken leider zwei Angler im Hafengebiet..)

Für uns liefen die ersten (Elb-)Tage Anfang September 08 recht erfolgreich. In wenigen Stunden Angelzeit konnten wir gleich mehrere Zander zwischen 45 und 70 cm verhaften. Wir dürfen gespannt sein, was uns im nächsten Jahr erwartet..

